Neu: Die schreibenden Arbeiter der DDR. Promotion von Anne Sokoll erschienen

Das Thema Arbeit und Literatur spielt in NRW eine besondere Rolle. 1961 gründete sich hier die Dortmunder Gruppe 61. Die Mitglieder vernetzten sich mit anderen Schriftsteller_innen, so auch mit den Kolleg_innen in der DDR. Anne Sokoll hat über die schreibenden Arbeiter der DDR eine umfangreiche Forschungsarbeit geschrieben, die jetzt in der Reihe „Düsseldorfer Schriften der Literatur- und Kulturwissenschaft“ erschienen ist.

„Die Bewegung schreibender Arbeiter der DDR sollte das popularisierte Kunst-Verständnis in Anknüpfung an die Traditionen der sozialistischen Kultur- und Bildungsideale für Arbeiter des 19. Jahrhunderts im Rahmen des sozialistischen Staates verkörpern. […] Als Sparte des unter der Titelmatrix »Volkskunstbewegung« propagierten Konzeptes wurde die Bewegung schreibender Arbeiter seit der 1. Bitterfelder Konferenz (24.4.1959) bis zur Wiedervereinigung 1990 zu einem der maßgeblichen Aktionsfelder des Laienkünstlertums in der DDR“, so Anne Sokoll über ihren Forschungsgegenstand.

Kritisch hält sie fest: „Es muss als bemerkenswert herausgestellt werden, dass das kulturpraktische Phänomen Bewegung schreibender Arbeiter bisher keiner ausführlichen wissenschaftlichen Reflexion unterzogen wurde. Dabei kann der Forschungsgegenstand als ein fruchtbarer Ausgangspunkt für Analysen und Einschätzungen zu drei zentralen Wissenschaftskontexten – der DDR, der Arbeiterliteratur und der deutsch-deutschen (Erinnerungs-)Kultur fungieren.“

Dem Desiderat kommt die Dissertation von Anne Sokoll nach. Eine Leseempfehlung!

Anne M. N. Sokoll ist Lektorin bei der düsseldorf university press und Lehrbeauftragte am Institut für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihre Forschungsschwerpunkte sind DDR-Literatur und -Kultur, Literatur der Moderne, Archivtheorie und -praxis, Anarchismus, Migration und Interkulturalität sowie deutsch-türkischer Wissens- und Kulturtransfer.