1968 in nationaler und regionaler Perspektive – Einladung zur Ringvorlesung

Mit einem Tandemvortrag zu über 1968 hier vor Ort beschließen wir in diesem Semester unsere Ringvorlesung. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Datum: 8.2.2018, 17.00 Uhr

Ort: Tagungsraum der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf auf dem Campus der HHU

Dr. Thomas Gerhards, Dr. Uta Hinz:„Aufruhr am Rhein? – ,1968‘ in nationaler und regionaler Perspektive“

Die 1960er Jahre waren eine Zeit dynamischen gesellschaftlichen Wandels, die vielfach als Zäsur in der Geschichte der „Bonner Republik“ bezeichnet wurde. Zahlreiche Wandlungsprozesse nahmen bereits in den 1950er Jahren ihren Ausgang und kulminierten 1968 in den Studierendenprotesten. Diese soziale Bewegung war ohne Zweifel ein globales Phänomen mit nationalen Besonderheiten, aber auch mit regionalen Unterschieden. Berlin und Frankfurt waren die bundesrepublikanischen Zentren der Revolte, allerdings organisierten sich um die Universitäten in Köln, Bonn oder Münster ebenfalls lokale Protestbewegungen. Ruhig blieb es – noch – an der neuen Universität Düsseldorf. Zu fragen ist, ob die moderne transnationale Betrachtungsweise der „68er Bewegung“ nicht auch um eine transregionale zu erweitern ist.

Ringvorlesung: Prof. Dr. Volker C. Doerr über „Dieter Wellershoff und sein Projekt des Neuen Realismus“

Herzliche Einladung zur Ringvorlesung am 23.11.2017, 17.00-19.00 Uhr, Goethe Museum Düsseldorf/Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung

Prof. Dr. Volker C. Dörr: „Widerstand der Realität gegen das vorschnelle Sinnbedürfnis“. Dieter Wellershoff und sein Programm eines Neuen Realismus

Mitte der 1960er Jahre entwirft Dieter Wellershoff, seinerzeit Lektor beim Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch, das Programm eines ‚Neuen Realismus‘, von dem bald und bis heute (aber womöglich zu Unrecht) behauptet wird, es habe zur Bildung einer sog. ‚Kölner Schule‘ geführt. Der Vortrag will das Programm in seinem sozial- und literarhistorischen Kontext darstellen und nach seinen Voraussetzungen und Konsequenzen, sowie auch seinen Grenzen, fragen. Zudem sollen die ästhetischen Merkmale seiner Umsetzung – vor allem in Wellershoffs eigenem Romanschaffen dieser Zeit – in den Blick genommen werden.

Vortrag im Goethe Museum Düsseldorf: Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz in ihren alternativen Lebensentwürfen

Am kommenden Mittwoch, den 15.11.2017, 20:00 Uhr, trägt Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann über die alternativen Lebensentwürfe Goethes und Lenz‘ vor.

„Unsere Ehe“ – mit diesem Bild inniger Gemeinschaft deuteten Johann Wolfgang Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz die Qualität ihrer Begegnung im Straßburg der frühen 1770er Jahre. Beide suchten nach ihrem Ort in der Gesellschaft, beide erprobten literarische Muster, die es bisher noch nicht gab, beide dachten über das Besondere ihrer Zeitgenossenschaft nach. Zwischen der Anerkennung als Originalgenie, pietistischer Berufung oder dem Sitz in einer denkbaren „Gelehrtenrepublik“ à la Klopstock schien Vieles möglich. Die Freundschaft und gemeinsame Zukunft gerann schon wenig später zur Farce. Sie endete mit der zwangszweisen Entfernung des livländischen Schriftstellers aus Weimar, von Goethe lakonisch im Tagebuch legitimiert: „Lenzens Eseley“. Sein Urteil über den einstigen Freund liest sich seitdem wie ein Verdikt, das schon immer so und nicht anders hätte lauten können!

Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Ringvorlesung: Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann über Schriftstellergruppen in der Bonner Republik

Herzliche Einladung zu unserer Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“ am 02.11.2017, 17.-19.00 Uhr ins Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf.

Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann: Gruppenspiele. Zur Kultur- und Literatursoziologie in der Bundesrepublik

Auf dem kulturellen Feld der Bonner Republik sind viele Akteure unterwegs, sie potenzieren ihre Kräfte und finden gemeinsame Ziele, treffen aber oft auf konkurrierende Interessen Anderer. In besonderer Weise sind die Gruppe 47 und die Dortmunder Gruppe 61 normgebend auf dem literarischen Feld. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Verlagslandschaft, Gattungen (mit einem Blick aufs Theater), Formen der Öffentlichkeit, auch die Wahrnehmung der kultursoziologischen Unterschiede, nicht zuletzt die Bedeutung für das kulturelle Profil der Bonner Republik.

Sandra del Pilar im Haus der Universität, Düsseldorf

 

Sandra_del_Pilar._Der_blinde_Schrei_des_Pferdes._Noch bis zum 07.08.2017 wird im Haus der Universität Düsseldorf eine Ausstellung der deutsch-mexikanischen Künstlerin Sandra del Pilar gezeigt. Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Lehrkooperation zwischen dem Institut für Kunstgeschichte (Prof. Dr. Hans Körner) und dem Institut für Romanistik (Prof. Dr. Ursula Hennigfeld) und die erste Präsentation von Kunstwerken dieses Formats im Haus der Universität. Im Zentrum der gezeigten Werke steht Sandra del Pilars Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt, so hinterfragt sie die realitätsgenerierende Kompetenz von Bildern in den Medien und reformuliert Opfer- und Täterbilder mit ihren Werken. Darüber hinaus entwirft sie Bildpoetiken zwischen Vergangenwart und Gegenwart, ihre Arbeit mit verschiedenen Materialien wie Leinwand, Ölfarbe und Gaze zieht den Betrachter in einen Dialog über die Aufgaben von Kunst und Kunstwerken.

Eine eindrucksvolle Ausstellung, zu dem Studierende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auch einen lesenswerten Katalog angefertigt haben.

Petition für das Theatermuseum in Düsseldorf

Eine Vielzahl an Kultureinrichtungen zeichnen das Rheinland aus. Die Dichte der theaterhistorischen Institutionen gehört dazu: neben der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln gehört hierzu auch das Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf mit seinem umfangreichen Archiv. Dieses ist nun von der Schließung bedroht – der von der Stadt angedachte Umzug würde das Archiv erhalten, jedoch den Ausstellungsbereich schließen. Eingespart würden die Renovierungskosten, die der bisherige Ort, Schloss Jägerhof, erfordert, um weiter genutzt zu werden. Eingespart würde aber vor allem die Sichtbarkeit der Theatergeschichte Düsseldorfs und ihre Relevanz für die Kulturgeschichte der Region. Der Freundeskreis des Theatermuseums Düsseldorf hat eine online-Petition gestartet, die Sie hier unterschreiben können.

Tagung der Universität Daugvapils zu Rudolfs Blaumanis

Am 6. und 7. April findet an der Universität Daugvapils in Lettland eine Tagung zu „Rudolfs Blaumanis und die deutschsprachige Literatur“ statt, die nach den spezifisch modernen lettischen Impulsen der Literatur zu Beginn des 20. Jahrhunderts fragt. Ausgerichtet wird die Tagung u.a. von Frau Dr. Antje  Johanning-Radziene. Die Leiterin des Instituts „Moderne im Rheinland“, Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann“ hält einen Vortrag über die Verortung Rudolfs Blaumanis im transnationalen Epochenfeld. Hier gehts zum Programm.