Ringvorlesung: Prof. Dr. Guido Thiemeyer – „Der Rhein als Bühne und Kulisse für Staatsbesuche in der Bonner Republik“

Zum Ende der Ringvorlesung trägt Prof. Dr. Guido Thiemeyer, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere Geschichte der Heinrich-Heine-Universität vor. Wir treffen uns hierzu am 09.02.2017 in der Zentralbibliothek in Düsseldorf. Alle sind herzlich eingeladen.

Termin: Donnerstag, den 09.02.2017

Ort: Zentralbibliothek, Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40200 Düsseldorf

Zum Vortrag:

Die junge Bonner Republik war ein Staat auf der Suche nach Identität. Staatsbesuche waren in diesem Zusammenhang immer ein Instrument, um dem In- und Ausland ein über die Medien vermitteltes Bild von der Bundesrepublik Deutschland zu geben. Welche Bilder entwarf die „Bonner Republik“ in diesem Kontext von sich selbst? Dieser Frage soll im Vortrag nachgegangen werden.

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Ringvorlesung: „Auferstanden aus Ruinen?“ Prof. Dr. Volker Dörr

Mit dem Titel „Auferstanden aus Ruinen? – Rückwärtsgewandtheit am literarischen Neubeginn nach 1945″schließt Prof. Dr. Volker Dörr, Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität, den siebten Teil der Ringvorlesung zur „Bonner Republik“ an. Dieses Mal findet die Veranstaltung im Goethe Museum Düsseldorf/Anton-und-Katharina-Kippenberger-Stiftung statt. Interessierter Hörer sind wie immer herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Termin: 19.01.2017, 17.00 Uhr

Ort: Goethe Museum Düsseldorf/Anton-und-Katharina-Kippenberger-Stiftung, Jacobistr. 2, 40211 Düsseldorf

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Zum Vortrag
Nur allzu oft herrscht immer noch der Eindruck vor, es habe im Westen Deutschlands in der angeblichen „Stunde Null“ des Jahres 1945 einen kulturellen „Kahlschlag“ gegeben und die Literatur sei dann 1947 von einer „Jungen Generation“ auf einer „Tabula Rasa“ aus den Trümmern neu erschaffen worden. Tatsächlich aber ist die Literatur der Westzonen und der jungen Bonner Republik, was Personen ebenso wie Konzepte und Themen betrifft, in hohem Maße von einer Kontinuität geprägt, die über 1945 (und 1933) zurückreicht. Dies will der Vortrag kritisch nachzeichnen.

Ringvorlesung: „Wie allgemein kann man trauern?“ Prof. Dr. Hans Körner

Im Auditorium des K20, Kunstsammlung NRW spricht Prof. Dr. Hans Körner am 15.12.2016 , wiederum bereits um 16.00 Uhr über das Thema „Wie allgemein kann man trauern? Plastische Bilder der Erinnerung in der frühen Nachkriegszeit und ihre Voraussetzungen“

Zum Vortrag 

Die Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus, der verlorene Krieg, die im Weltkrieg gefallenen Soldaten, die zivilen Opfer des Bombenkrieges – wie wurde Ihnen in den ersten Jahren nach Kriegsende und in der jungen Bonner Republik gedacht? Der Vortrag stellt Denkmäler, Mahnmale und autonome Plastiken vor, die sich dem (letztlich nicht einlösbaren) Anspruch stellten, angemessen das zwischen 1933 und 1945 verschuldete / erlittene Leid im Kunstwerk zu erinnern. Welcher Opfergruppen wurde gedacht, was waren die künstlerischen Strategien und welche Traditionslinien der Erinnerungskultur der Weimarer Republik wurden aufgegriffen und weitergeführt?

Termin: 15.12.2016, 16.00 Uhr
Ort: Auditorium des K20, Kunstsammlung NRW, Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf

Ringvorlesung: „Neue Gärten braucht das Land“ Juniorprof. Dr. Christof Baier

„Neue Gärten braucht das Land. Entnazifizierung und Amerikanisierung der Gartenkunst im Rheinland nach 1945“ – Christof Baier widmet sich in seinem Vortrag als viertem Teil unserer Ringvorlesung der Gartenkunst nach 1945. Interessierte sind wie stets herzlich willkommen, dieses Mal im Schloss Benrath am 8.12.2016, 17.00 Uhr.

Zum Vortrag:

Anhand der zweifellos kontrovers zu diskutierenden Begriffe Entnazifizierung und Amerikanisierung werden Aspekte der Grünraumplanung im urbanen Kontext thesenartig thematisiert. Dabei wird das Jahrzehnt von 1945 bis 1955 im Fokus stehen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs und des NS-Regimes lagen auch die Städte am Rhein in Trümmern. In den ersten Nachkriegsjahren mussten nicht nur die Trümmermassen sondern auch die sichtbaren architektonischen, städtebaulichen und gartenkünstlerischen Überreste der nationalsozialistischen Herrschaft entsorgt werden. So ist der Umstand, dass im Kölner Grüngürtel der 1938 eingeweihte Fest- und Aufmarsch (Maifeld) unter einem riesigen, asymmetrisch-landschaftlichen Trümmerberg beerdigt wurde, zweifellos als Entnazifizierung zu verstehen. In Düsseldorf betrieben der Gartendirektor Ulrich Wolf und Georg Penker gut 10 Jahre später eine solche ‚Entnazifizierung‘ der Grünanlagen der  Reichsausstellung Schaffendes Volk von 1936 sehr viel differenzierter. Die sich mit diesen Beispielen andeutende Gleichsetzung und damit Ablehnung des ‚architektonischen Gartenstils‘ mit monumentaler Raumkunst des Nationalsozialismus ist noch immer ein zu wenig bearbeitetes Forschungsfeld.

Die amerikanische Militärregierung versuchte, auch auf dem Gebiet der Architektur eine entnazifizierende Neuorientierung zu bewirken. Dazu ließ sie ab 1948 eine Wanderausstellung mit vorbildlicher amerikanischer Architektur durch die Amerikahäuser ziehen. Zu den ersten größeren und städtebaulich bemerkenswerten Bauvorhaben der Nachkriegsjahre gehören die für die deutschen und amerikanischen Angehörigen und Angestellten der HICOG („High Commissioner of Germany“) in Bonn um 1951 in Bonn realisierten Siedlungen. Entworfen unter der Oberleitung von Sep Ruf, waren für deren Grünraumplanung die Gartenarchitekten Hermann Mattern und Heinrich Raderschall zuständig. In Verbindung mit der Wanderausstellung ist hier zu klären, in wie fern sich hier von einer  „Amerikanisierung“ der städtebaulichen und architektonischen Gestaltungsprämissen, vor allem aber der Freiraum- und Grünplanung sprechen lässt.

Insgesamt muss konstatiert werden, dass bisher, von Einzeluntersuchungen abgesehen, auch zum Rheinland übergreifend-vergleichende Untersuchungen zu den genannten Themenfelder fehlen. Mit der 2015 u.a. von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur mit initiierten „Wiener Erklärung zur Nachkriegsmoderne“ wurde endlich auch für die Erforschung und Bewahrung der Grünräume der 1950er und 1960er Jahre ein Startzeichen gegeben.

Ringvorlesung: „Nachkriegsbilder“ Prof. Dr. Jürgen Wiener

Den dritten Teil unserer Ringvorlesung bestreitet Prof. Dr. Jürgen Wiener mit einem Vortrag über „Nachkriegsbilder. Die Einsamkeit des Rudolf Schwarz“ am 1.12.2016 im Haus der Universität. Achtung! Dieses Mal beginnt der Vortrag bereits um 16.00 Uhr. Anschließend gibt es wie gehabt Gebäck und Getränke.

Zum Vortrag:

Rudolf Schwarz (1897–1961) war einer der bedeutendsten und streitbarsten (Kirchen-)Architekten des 20. Jahrhundert, der wie kein zweiter die Bauaufgabe Kirche reflektiert hat. Auch darüber wurde er zum eigenständigsten und tiefgründigsten Architekturtheoretiker seiner Zeit.
Schwarz‘ Architekturtheorie zielte immer auf das Ganze und Grundsätzliche in der Annahme, dass Architektur eines der prägendsten Medien ist, über das sich Mensch und Welt begegnen.
Daher ist sein denkendes Bauen und bauendes Denken in Form von abstrakten Welt-Bildern sowohl anthropologisch und existentiell als auch erdgeschichtlich und schöpfungstheologisch perspektiviert. Die Einsamkeit ist für diesen Begründungszusammenhang zentral. Sie wird aber nach dem Zweiten Weltkrieg stärker geerdet.