Dr. Christiane Heiser: „Den Sinn des Gebäudes vollenden“. Figurative Wandmalerei am Beginn des 20. Jahrhunderts

Gern informieren wir über den Vortrag „‚Den Sinn des Gebäudes vollenden‘. Figurative Wandmalerei am Beginn des 20. Jahrhunderts. Johan Thorn Prikker, Helmuth Macke, Heinrich Nauen, Heinrich Campendonk, Erich Heckel“ von Dr. Christiane Heiser am 7.6.2018, 19.30 Uhr im August Macke Haus Bonn anlässlich der Ausstellung „Helmuth Macke. Im Dialog mit seinen expressionistischen Künstlerfreunden“.

Im Vorfeld wird eine Führung von Frau Dr. Heiser angeboten, weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des August Macke Hauses.

„Politisch-kutureller Wandel von 1965-1980“ – Einladung zur Ringvorlesung

Am kommenden Donnerstag, den 25.02.2018, findet unsere Ringvorlesung über „Die Bonner Republik. Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“ im Roy-Lichtenstein-Saal der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt. Es ist uns eine besondere Freude, den Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Ulrich Rosar, zum Vortrag zu begrüßen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

25.01.2018, 17.00 Uhr
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Roy-Lichtenstein-Saal (Hörsaal 2A, Gebäude 22.01)

Prof. Dr. Ulrich Rosar: Politisch-kultureller Wandel 1965-1980. Eine stille Revolution?

Als Bundeskanzler Brandt in seiner Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969 den legendären Satz sagte „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“, traf er einen gesellschaftlichen Nerv. Ausgehend vom gewachsenen Wohlstand der Adenauer- und Erhard-Ära sowie der zunehmenden, insbesondere von Studierenden formulierten Kritik an den bestehenden politischen Verhältnissen, griff er damit einen tiefgreifenden Wunsch nach politisch-kultureller Veränderung in der arrivierten Bonner Republik auf.

Aber war dieses Streben nach einer partizipatorischen Politikkultur das Projekt einer kleinen, intellektuell geprägten Avantgarde? Oder trug Brandt hier einem stillen, aber tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel Rechnung, den er als einer der ersten erkannte und verstand? Ausgehend von sozialwissenschaftlichen Erklärungsmodellen des politisch-kulturellen Wandels und basierend auf Umfragedaten der 1960er bis 1980er Jahre möchte der Vortrag hierauf eine Antwort geben.

 

Einladung zur Ringvorlesung „Die Bonner Republik“: Prof. Dr. Winfrid Halder über Alfred Döblin

Am Donnerstag, den 18.01.2018, 17.00 Uhr setzen wir unsere Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“ mit einem Vortrag von Prof. Dr. Winfrid Halder über „In Deutschland überflüssig? Alfred Döblin und die Bonner Republik“ fort.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Prof. Dr. Winfrid Halder: „In Deutschland überflüssig? Alfred Döblin und die Bonner Republik“

Ort: Haus der Universität Düsseldorf

Alfred Döblin (1878-1957) war bereits im November 1945 wieder in Deutschland. Damit war er der erste deutsche Schriftsteller von Weltrang, der aus dem Exil zurückkehrte, um beim kulturellen Wiederaufbau des nach 12 Jahren NS-Diktatur in jeder Beziehung verheerten Landes mitzuhelfen. Döblin, der insbesondere nach dem Erscheinen seines erfolgreichsten Romans „Berlin Alexanderplatz“ (1929) als aussichtsreicher Kandidat für den Literaturnobelpreis galt, war im Februar 1933 zunächst in die Schweiz, später weiter nach Frankreich und in die USA emigriert.

Eigentlich hätte man sich in Westdeutschland glücklich preisen müssen, dass ein so prominenter Autor wie Döblin nicht nur wieder da, sondern auch nach Kräften bemüht war, sich in den Dienst eines Neubeginns zu stellen. Gleichwohl wurden die folgenden Jahre für Döblin zu einer bitteren Enttäuschung, und zwar sowohl was seine politischen Hoffnungen wie auch was seine Wahrnehmung als immer noch höchst produktiver Autor anging. Vollständig desillusioniert verließ er die junge Bundesrepublik 1953 und ging wieder nach Paris. An den mit ihm persönlich gut bekannten ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss schrieb er zum Abschied, er sei „in Deutschland überflüssig“.

Warum stieß Döblin auf so viel Unverständnis und Ablehnung? Weil er jüdischer Herkunft und der Antisemitismus untergründig noch immer virulent war? Weil man dem in der Weimarer Republik als bekennender „Linker“ bekannten Autor mißtraute, wenngleich sich Döblin von früheren politischen Positionen distanzierte und inzwischen bekennender Katholik war? Weil man ihn als „Besatzer“ wahrnahm, da Döblin seit 1936 französischer Staatsbürger und seit 1945 zunächst Mitarbeiter der Militärregierung in der französischen Besatzungszone war? Weil er, politischen Differenzen zum Trotz, Kontakt hielt zu alten Freunden, die jetzt in der DDR prominente Rollen spielten, nämlich zu Bert Brecht und Johannes R. Becher?

Der Vortrag geht folglich der Grundfrage nach, warum sich Alfred Döblin in der jungen „Bonner Republik“ fehl am Platze fühlen mußte.

Weihnachtszeit, Jahreswechsel und: Ringvorlesung am 11.1.2018

Kaum steht Weihnachten an, schon geht der Blick ins neue Jahr! Schon am 11.1.2018 setzen wir unsere Ringvorlesung fort: In der Zentralbibliothek der Stadtbücherein Düsseldorf um 17.00 Uhr. Prof. Dr. Ulli Seegers trägt zum „Kunstmarkt in der Bonner Republik“ vor! Herzliche Einladung!
„Während die Kasseler Documenta in den 1950er Jahren den Anschluss an die zur NS-Zeit verfemte moderne Kunst suchte, bildete sich im Rheinland rund um die Düsseldorfer Kunstakademie und den ersten Kölner Kunstmarkt (1967) eine lebendige Kunstszene mit großer internationaler Strahlkraft. Ein Netzwerk von Künstlern, Galeristen und Sammlern legte im Westen der jungen Republik das Fundament für einen florierenden Kunstmarkt, der nicht nur längst Kunstgeschichte geschrieben, sondern auch die Strukturen für einen global umspannenden Handel mit Kunst vorgeprägt hat. Der Vortrag stellt zentrale Akteure und Entwicklungslinien des rheinischen Kunstmarktes in den 1960er und 1970er Jahren vor.
Ulli Seegers ist Juniorprofessorin für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Kunstvermittlung im Museum und Kunsthandel an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, sie ist Mitglied des hiesigen Forscherteams zur Bonner Republik, das im Wintersemester 2017/2018 seine Forschungen im zweiten Teil der Ringvorlesung „Die Bonner Republik: Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“ präsentiert. Einer Kooperation zwischen Stadt Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität und Institut „Moderne im Rheinland“.“

Anlässlich des 100. Geburtstags von Heinrich Böll, Vortrag Prof. Dr. G. Cepl-Kaufmann

Heinrich Böll wird 100! Und Köln feiert! Im Rahmen des Programms „‚Hoffentlich kein Heldenlied!’Heinrich Böll zum 100. Geburtstag lädt das Katholische Bildungswerk Köln zu einem Veranstaltungsreigen.
Am 28.11.2017, 19.30 Uhr im DOMFORUM Köln geht es um „Nobelpreisträger: Was eint und was trennt die beiden Schriftsteller Heinrich Böll und Günter Grass?“

Mit Heinrich Böll und Günter Grass hat das kulturelle Deutschland zwei gewichtige und weltweit gewürdigte Nachkriegsautoren und -werke zu bieten. Sie engagierten sich gemeinsam. Beide waren immer wieder öffentlicher Kritik, ja
Kampagnen ausgesetzt. Beide gelten als politisch engagierte Schriftsteller, ihr Werk als wesentlicher Beitrag für eine kritische literarische Sichtung von Gegenwart und Vergangenheit.
So viel Gemeinsamkeit fordert geradezu heraus, Werk und Wirkung zu befragen und das Gemeinsame wie das Trennende zu benennen.

Interessierte sind herzlich eingeladen, Eintritt: 3€
Weitere Informationen hier: Zum Vortragsprogramm „Hoffentlich kein Heldenlied!“

Ringvorlesung: Dr. Jasmin Grande über die Postmoderne an Rhein und Ruhr

Das Institut „Moderne im Rheinland“, die Heinrich-Heine-Universität, die Stadt Düsseldorf und das Forum Freies Theater (Juta) laden herzlich zur Ringvorlesung „Bonner Republik“ zum WS17/18 ein.

Dr. Jasmin Grande: „“Fuck-You (!)“. Zur „“Super-Garde“ der „Postmoderne“ an Rhein und Ruhr. Verhandlungen des Literaturbegriffs in den 1960er Jahren

„Fuck-You (!)“, die „Super-Garde. Prosa der Beat- und Pop-Generation“ betitelten die Akteure der Kölner Szene von Ralf-Rainer Rygalla bis Vagedis Tsakiridis ihre Anthologien, in denen sie die Kölner Szene mit der amerikanischen Gegenwartsliteratur bekannt machten. Die Titel provozieren und stehen für den Perspektivwechsel in der Literatur der späten 1960er Jahre.
Doch tritt man einen Schritt zurück, so stellt sich das Ganze zunächst ganz moderat dar: Anfang der 1960er Jahre brach in Dortmund eine Schriftstellergruppe zur Revolution der Literatur auf. Die Dortmunder Gruppe 61 wollte der Arbeitswelt literarischen Ausdruck verleihen. Die frühen Fotografien zeigen eine bürgerliche Kaffeerunde, Männer in Anzügen, Frauen mit Hochsteckfrisuren. Beschaulich!
Ende der 1960er Jahre erfolgte der Riss, er machte sich auch in der Dortmunder Gruppe 61 bemerkbar, wurde als „“Tod der Literatur“ (Kursbuch 15) debattiert, von Hans Magnus Enzensberger in „“Gemeinplätzen, die neueste Literatur betreffend“ umrundet und mit der Einführung der Vokabel „Postmoderne“ auf eine epochale Herausforderung gebracht.
Der Vortrag stellt exemplarische Positionen zur Frage nach dem Potential der Literatur Ende der 1960er Jahre vor und nimmt dabei insbesondere die Aktivitäten an Rhein und Ruhr in den Blick. Am Beispiel von Rolf Dieter Brinkmann, Wolfgang Körner und Günter Wallraff wird nach der Postmoderne in Köln und Dortmund gefragt, nach poetologischen Strategien, Netzwerken und internationalen Austauschprozessen.

Beginn: 17 Uhr
Ort: FFT Juta
Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte sind herzlich willkommen.

Ringvorlesung: Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann über Schriftstellergruppen in der Bonner Republik

Herzliche Einladung zu unserer Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“ am 02.11.2017, 17.-19.00 Uhr ins Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf.

Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann: Gruppenspiele. Zur Kultur- und Literatursoziologie in der Bundesrepublik

Auf dem kulturellen Feld der Bonner Republik sind viele Akteure unterwegs, sie potenzieren ihre Kräfte und finden gemeinsame Ziele, treffen aber oft auf konkurrierende Interessen Anderer. In besonderer Weise sind die Gruppe 47 und die Dortmunder Gruppe 61 normgebend auf dem literarischen Feld. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Verlagslandschaft, Gattungen (mit einem Blick aufs Theater), Formen der Öffentlichkeit, auch die Wahrnehmung der kultursoziologischen Unterschiede, nicht zuletzt die Bedeutung für das kulturelle Profil der Bonner Republik.