Bauhütten 2019 in Simonskall am 3.9.2019

Am Mittwochnachmittag lädt die „Moderne im Rheinland“ ab 14.00 Uhr zum Austausch über das Denkbild Bauhütte ein!

Vorgestellt werden drei Beispiele aktueller Bauhütten:

  • Die Bauhütte des Hohen Doms zu Köln: vorgestellt von Dombaumeister Peter Füssenich
  • Das Projekt BAUHUETTE – Campusdach 100 Jahre Bauhaus, Dessau
  • Die Künstlerin Ute Reeh stellt das Projekt Bauhütte Wiesencafé in Düsseldorf Garath vor.

Statement von Dombaumeister Peter Füssenich zur Simonskaller „Bauhütte für Kathedralen des 21. Jahrhunderts“:

„So wie sich abzeichnet, dass das Bauhaus nicht nur eine Erfolgsgeschichte des 20. Jahrhunderts ist, sondern dass seine Strahl- und Wirkkraft über die Jahrtausendwende und in die Zukunft reicht, so gilt dies auch für das viel ältere Prinzip der Bauhütte, dessen Anfänge wir in der Werkstattgemeinschaft großer mittelalterlicher Kirchenbauten suchen müssen. Liest man das Vorwort des Bauhaus-Manifestes, in dem Walter Gropius zur Rückkehr zum Handwerk aufruft, zum „bewussten Mit- und Ineinanderwirken aller Werkleute untereinander“, zur Bildung einer „neuen Zunft der Handwerker ohne die klassentrennende Anmaßung […] zwischen Handwerkern und Künstlern“, liegen die Parallelen zwischen den Bauhaus-Idealen und dem Bauhüttenwesen auf der Hand. Bis heute hält sich in den Bauhütten der großen und kleinen europäischen Kirchen das stolze Selbstverständnis einer Kreativgemeinschaft, die Tradition und Innovation im eng verzahnten Zusammenwirken der einzelnen Gewerke als generationenübergreifendes Kontinuum verbindet. Im März 2018 gab die Deutsche UNESCO-Kommission bekannt, dass das Bauhüttenwesen in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes Deutschlands aufgenommen wurde, die Anerkennung der europäischen Dom- und Münsterbauhütten als immaterielles Kulturerbe der Menschheit ist beantragt und wird bis Ende 2020 bei der UNESCO beraten und entschieden. So wären nach dem Bauhaus nun auch die Bauhütten in der kulturellen Identität des 21. Jahrhunderts verankert.“

Weitere Infos und Anmeldung unter http://www.bauhütte-simonskall.de

Ute Bales liest aus Ihrem Roman über Angelika Hoerle

Im Rahmen der Bauhüttenwoche in Simonskall liest Ute Bales am 6.9.2019, 18.00 Uhr aus ihrem Roman „Die Welt zerschlagen. Die Geschichte der Dada-Künstlerin Angelika Hoerle“.

Aus dem Klappentext:

„Ich habe keine Tochter mehr“, sagt der Vater, als Angelika gegen seinen Willen im Juni 1919 den aufstrebenden Maler Heinrich Hoerle heiratet. Angelika ist 19 Jahre alt und empfindet den Bruch mit dem Elternhaus wie eine Befreiung. Aber die Zeit ist hart. Die Novemberrevolution scheitert, die Folgen des Ersten Weltkriegs sind augenfällig. Britische Militärs haben die Kontrolle über die Stadt übernommen, Kriegsversehrte dominieren das Straßenbild; die Leute hungern. Für die Künstler, mit denen Angelika arbeitet, ist das Vertrauen in die Zukunft verloren. Sie attackieren die bürgerliche Gesellschaft mit radikalen Kunstwerken, Lautgedichten und turbulenten Dada-Aktionen, feiern Karneval, geben Zeitschriften heraus. Alle sind von der Idee getragen, eine neue und bessere Welt zu kreieren. Für kurze Zeit gehört Angelika zum Kreis um Max Ernst, Hans Arp und Johannes Theodor Baargeld. Dann schließt sie sich mit Freunden zur Gruppe Stupid zusammen. Sie ist 22, als sie an Tuberkulose erkrankt. Mittellos lässt Heinrich sie zurück …  

„Die Welt zerschlagen“ erzählt die Geschichte einer jungen Frau im Köln der 20er Jahre – eine Geschichte, die unauflöslich mit der Vergangenheit unseres Landes verstrickt ist.

Weitere Informationen zur Autorin und zum Buch finden Sie hier: http://www.ute-bales.de