Sonne, Parks und Diskussionen: Preview für 2016

Unter der Federführung von Dr. Christiane Heiser war im August 2015 als Teil der virtuellen Ausstellung "Orte der Utopie" gemeinsam mit dem Deutschen Tanzarchiv Köln und in Zusammenarbeit mit dorn architekten köln im Kölner Rheinpark das virtuelle Werkbundtheater von Henry van de Velde eröffnet worden. Die Tänzerin Katharine Sehnert erkundete den parallel Raum mit einer Performance.

Während der Frühling draußen auf sich warten lässt, wärmen wir uns mit diesen Bildern aus dem Spätsommer vergangenen Jahres und kündigen schonmal die nächsten großen Ereignisse an. Tagungen, Barcamps und Ringvorlesungen sind in 2016 geplant. Darunter auch die virtuelle Begehung eines 1911 geplanten Naturtheaters im Schlosspark Benrath. Unter der Federführung von Dr. Christiane Heiser war im August 2015 als Teil der virtuellen Ausstellung „Orte der Utopie“ gemeinsam mit dem Deutschen Tanzarchiv Köln und in Zusammenarbeit mit dorn architekten köln im Kölner Rheinpark das virtuelle Werkbundtheater von Henry van de Velde eröffnet worden. Die Tänzerin Katharine Sehnert erkundete den parallel Raum mit einer Performance. Mit dem Naturtheater in Benrath wird nun ein weiterer heute nicht mehr sichtbarer Ort virtuell erfahrbar gemacht. Die Skizzen zum Projekt liegen heute im Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf und sind auch digital auf unserer Seite einsehbar: hier. Einige Details zum Vorhaben finden sich schon in unserer virtuellen Ausstellung „Orte der Utopie„.

Weitere Aktivitäten der „Moderne im Rheinland“ finden z.B. am 22.-23.04.2016 mit der internationalen Tagung „European Heritage. Künstlernachlässe als Kulturgut“in Kooperation mit dem Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe und am 01.-03.06.2016 zum Thema „VerOrtung der Moderne: Begriff – Institutionen – Forschung“ in Kooperation mit der Fritz Thyssen Stiftung in Köln statt. Weitere Informationen folgen.

 

Virtuelle Utopien und analoge Orte – www.ortederutopie.eu

Wo gehen die Orte hin, wenn sie verschwinden? Wo bleiben die gescheiterten Ideen?

Vor 101 Jahren erhob sich auf dem Gelände des heutigen Rheinparks in Köln ein avantgardistisches Theatergebäude. Geplant von dem belgischen Architekten Henry van de Velde für die legendäre Werkbundausstellung 1914. Als Gesamtkunstwerk konzipiert, war das Werkbundtheater einen Sommer lang das Zentrum der Theatermoderne. Internationale Stücke, junge Autoren, neue Lesarten von Klassikern, Auftritte moderner Ausdruckstänzer – 1914 war Köln der Theaterort schlechthin. Doch mit Beginn des Ersten Weltkriegs brach das Programm ab, das Theater wurde geschlossen. Nichts ist von diesem Jahrhundertereignis heute mehr vor Ort zu sehen.

Vor 104 Jahren wurde im Benrather Schlosspark in Düsseldorf eine Probebühne aufgebaut. Man spielte zwei Stücke des antiken Dichters Sophokles: Antigone und König Oedipus. Man wollte ausprobieren, ob der Ort sich für ein Naturtheater eignete. Das damalige Konzept zeigt, dass es den Veranstaltern nicht um ein einfaches Freilichttheater, sondern um einen umfangreichen Bau mit Alternativbühne für Regentage und Restaurant ging. Kunst und Natur sollten hier in besonderer Weise miteinander verbunden werden. Doch das Projekt wurde nicht realisiert, warum? Man weiß es nicht.

Die Kulturgeschichte kennt eine Vielzahl solcher verlorener, vergangener, unvollständiger Ideen und Pläne. Auch wenn sie nicht mehr zu sehen sind, so haben sie doch ihre Zeit mit beeinflusst. Die virtuelle Ausstellung „Orte der Utopie“ denkt mit zwei Veranstaltungen außerhalb des Internets über die vergessenen und verlorenen Orte nach. Zunächst im Rheinpark in Köln, am damaligen Ort des Werkbundtheaters am Sonntag, den 23. August 2015 um 16.00 Uhr.

Weitere Informationen hier.

Die Veranstaltungen werden gefördert von der Sparkasse KölnBonn und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.