Ringvorlesung „Urbane Rückeroberung des Rheinufers“, JuniorProf. Dr. Christof Baier

Herzliche Einladung zum Vortrag von JuniorProf. Dr. Christof Baier im Rahmen unserer Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“.

Ort: Villa Horion, Landtag NRW, Johannes-Rau-Platz, Haroldstr. 2, 40213 Düsseldorf

Zeit: 29.1.2019, 19.00 Uhr

Flanierfreude, Freizeitspaß und Großdemonstration. Urbane Rückeroberung des Rheinufers in Bonn, Köln und Düsseldorf nach 1945

Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts suchen drei große Städte am Rhein – Bonn, Köln und Düsseldorf, ein neues Verhältnis zu ihrer Lebensader. Jahrhundertelang war insbesondere das „herrliche Städtebild der Kölner Rheinseite“ besungen worden. Doch wurde die Beziehung zum Rhein nach 1945 im Ergebnis der Industrialisierung und des Umbaus zur autogerechten Stadt zunehmend als gestört wahrgenommen. Beginnend in den 1950er Jahren wird die Raumbeziehung der Städte zum Rhein funktional und gestalterisch neu geordnet. Die Nutzung des innerstädtischen und stadtnahen Rheinufers als Industrie-, Handels- und Verkehrsfläche wird schrittweise durch moderne Groß- und Hauptstadtfunktionen wie Freizeit, Erholung und Repräsentation ersetzt.
Mit großem Aufwand werden nun Straßen in Tunnel verlegt, aufwendige ufernahe Spazierwege gestaltet und großräumige Parkanlagen geschaffen. Dabei spielen Bundesgartenschauen (Köln 1957/71; Bonn 1979) aber auch die neuen Hauptstadtfunktionen von Bonn und Düsseldorf eine wichtige Rolle. Verbindend ist, dass in allen Projekten, sei es dem Bonner Rheinauenpark, dem Rheinpark und Rheingarten in Köln, oder dem Rheinpark Bilk und den Oberkasseler Rheinwiesen in Düsseldorf dezidiert öffentliche Räume gestaltet werden sollten, Räume, die neben der Erholung auch der demokratischen Partizipation dienlich sein sollten.
Der Vortrag befragt die urbanen Freiräume am Rhein daraufhin, mit welchen gestalterischen Prämissen und mit welchem Erfolg ihre Landschaftsarchitekten (Gottfried Hansjakob, Georg Penker, Kurt Schönbohm, Roland Weber u.a.) hier seit den 1950er Jahren ‚demokratisches Grün‘ mit rheinlandspezifischem Orts- und Landschaftsbezug schufen.

Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“, Teil III

Herzliche Einladung zum Auftakt unserer Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“, Teil III mit einem Vortrag von Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann zu narrativen Konzepten der 1980er Jahre.

8.11.2018, 17.00 Uhr, Goethe-Museum

Politisches Schreiben und allegorisches Erzählen als Erkenntnismodelle: Literatur in den 1980ern

Was macht die Prosa der 1980er Jahre aus? Mit welchen ästhetischen Konzepten, poetologischen Überlegungen, Schreibweisen und Inhalten positionierten sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu ihrer Zeit, ihren Vergangenheiten und welche Zukunft hielten sie für gestaltbar? In welchem Verhältnis sahen sie sich zur Regierung in Bonn? Wie weit und wie nah waren ihnen die Kolleginnen und Kollegen im Osten?

Im Zusammenspiel der ästhetischen Lösungen, die sich in der Literatur dieser Zeit ausmachen lassen, lassen sich paradigmatische Beobachtungen machen: Im „allegorischen Erzählen“ findet Günter Grass den Weg zu einer kritischen Sichtung der Gegenwart. Seine Schreiben ist ebenso politisch wie es sich jeder aktuellen Zuordnung verweigert. Sein zeitgleiches politisches Votum wird zum dialektisch gesetzten Gegenentwurf. Im „politischen Schreiben“ sucht demgegenüber Günter Wallraff das Verhältnis von Literatur, Demokratie und Widerspruch auszuloten. In seinen Reportagen bedient er sich einer Anti-Poetizität zu der Karin Struck Texte der Neuen Subjektivität einen Gegenentwurf darstellen: „Jedes unserer sogenannten privaten Probleme ist ein Moment der Zeit, in der wir leben, wir müssen es nur übersetzen“, stellt sie in ihrem Roman „Die Mutter“ (1982) fest. Günter Wallraff wird von Bild verklagt und schreibt „Ganz unten“. Günter Grass experimentiert mit Prosaformen in den „Kopfgeburten“ und bringt in der „Rättin“ sein bild- und textverbindendes Nachdenken über das Potential der Zukunft an ein Ende.
In zwei Etappen gehen Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann am 8.11.2018 im Goethe-Museum und Dr. Jasmin Grande am 15.11.2018 in der Universität- und Landesbibiliothek Düsseldorf der Prosa der späten „Bonner Republik“ nach. Die Vorträge finden im Rahmen der Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Forschung – Diskurs – Wissenschaft“ statt, die von der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie dem dortigen An-Institut „Moderne im Rheinland“ veranstaltet wird.

Campus-Universitäten zwischen 1960 und 1975 – Einladung zur Ringvorlesung

Es ist eine besondere Freude, den Vortrag zur Ringvorlesung in dieser Woche bekannt zu geben: Prof. Dr. Jürgen Wiener, Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität und Mitglied des Vorstands des Arbeitskreises zur Erforschung der „Moderne im Rheinland“ e.V. referiert aus seinen Forschungen zu „Campus-Universitäten zwischen 1960 und 1975“.

Datum: 01.02.2018, 17.00 Uhr

Ort: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Roy-Lichtenstein-Saal (Hörsaal 2B, Gebäude 22.01)

„Politisch-kutureller Wandel von 1965-1980“ – Einladung zur Ringvorlesung

Am kommenden Donnerstag, den 25.02.2018, findet unsere Ringvorlesung über „Die Bonner Republik. Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“ im Roy-Lichtenstein-Saal der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt. Es ist uns eine besondere Freude, den Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Ulrich Rosar, zum Vortrag zu begrüßen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

25.01.2018, 17.00 Uhr
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Roy-Lichtenstein-Saal (Hörsaal 2A, Gebäude 22.01)

Prof. Dr. Ulrich Rosar: Politisch-kultureller Wandel 1965-1980. Eine stille Revolution?

Als Bundeskanzler Brandt in seiner Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969 den legendären Satz sagte „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“, traf er einen gesellschaftlichen Nerv. Ausgehend vom gewachsenen Wohlstand der Adenauer- und Erhard-Ära sowie der zunehmenden, insbesondere von Studierenden formulierten Kritik an den bestehenden politischen Verhältnissen, griff er damit einen tiefgreifenden Wunsch nach politisch-kultureller Veränderung in der arrivierten Bonner Republik auf.

Aber war dieses Streben nach einer partizipatorischen Politikkultur das Projekt einer kleinen, intellektuell geprägten Avantgarde? Oder trug Brandt hier einem stillen, aber tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel Rechnung, den er als einer der ersten erkannte und verstand? Ausgehend von sozialwissenschaftlichen Erklärungsmodellen des politisch-kulturellen Wandels und basierend auf Umfragedaten der 1960er bis 1980er Jahre möchte der Vortrag hierauf eine Antwort geben.

 

Weihnachtszeit, Jahreswechsel und: Ringvorlesung am 11.1.2018

Kaum steht Weihnachten an, schon geht der Blick ins neue Jahr! Schon am 11.1.2018 setzen wir unsere Ringvorlesung fort: In der Zentralbibliothek der Stadtbücherein Düsseldorf um 17.00 Uhr. Prof. Dr. Ulli Seegers trägt zum „Kunstmarkt in der Bonner Republik“ vor! Herzliche Einladung!
„Während die Kasseler Documenta in den 1950er Jahren den Anschluss an die zur NS-Zeit verfemte moderne Kunst suchte, bildete sich im Rheinland rund um die Düsseldorfer Kunstakademie und den ersten Kölner Kunstmarkt (1967) eine lebendige Kunstszene mit großer internationaler Strahlkraft. Ein Netzwerk von Künstlern, Galeristen und Sammlern legte im Westen der jungen Republik das Fundament für einen florierenden Kunstmarkt, der nicht nur längst Kunstgeschichte geschrieben, sondern auch die Strukturen für einen global umspannenden Handel mit Kunst vorgeprägt hat. Der Vortrag stellt zentrale Akteure und Entwicklungslinien des rheinischen Kunstmarktes in den 1960er und 1970er Jahren vor.
Ulli Seegers ist Juniorprofessorin für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Kunstvermittlung im Museum und Kunsthandel an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, sie ist Mitglied des hiesigen Forscherteams zur Bonner Republik, das im Wintersemester 2017/2018 seine Forschungen im zweiten Teil der Ringvorlesung „Die Bonner Republik: Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“ präsentiert. Einer Kooperation zwischen Stadt Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität und Institut „Moderne im Rheinland“.“

Ringvorlesung: Juniorprof. Dr. Christof Baier über Freiraumplanung im Unibau. Mit geführtem Spaziergang!

Herzliche Einladung zur Ringvorlesung am 14.12.2017 in den Hörsaal 5A, Gebäude 25.11. Achtung: Wir beginnen bereits um 12.00 Uhr, damit wir an den Vortrag um 13.00 Uhr mit einem Rundgang über die Freiflächen des Campus der HHU anschließen können!

„Der rasanten Ausbau der Hochschullandschaft in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er und 1970er Jahren führte zu einem beispiellosen Bauboom. Neben Universitätsneugründungen wie in Bochum (1962) oder dem Ausbau bestehender Einrichtungen in Volluniversitäten (Düsseldorf 1965) wurden auch an bestehenden Universitätsstandorten wie etwa in Köln umfangreiche Neubauprojekte realisiert. Die zumeist mit hohem Anspruch geplante und realisierte, oft recht spröde – mit dem Begriff ‚Brutalismus‘ fälschlich negativ bewertete – Architektur ist in den letzten Jahren stärker in den Fokus auch einer breiteren Öffentlichkeit getreten. Die Freiraumplanung jedoch, welche unabdingbar zu diesen massiven Architekturen gehört, wurde bis heute fast nicht wahrgenommen. Ein Ziel des Vortrags ist es daher, die besonderen Qualitäten der in diesen Aufbaujahren der Universitätslandschaft der Bonner Republik realisierten Freiräume aus den zeitgenössischen Diskussionen um Form und Funktion des öffentlichen Raums ‚Unigrün‘ heraus klar zu benennen. Schließlich soll vor diesem Hintergrund der heutige, oft unbefriedigende Zustand der universitären Freiräumen thematisiert werden.“

Ringvorlesung: Prof. Dr. Guido Thiemeyer über die Bonner Republik in der Europäischen Integration

Sehr herzliche Einladung zu unserer Ringvorlesung ins Stadtarchiv Düsseldorf am 07.12.2017, 17.00 Uhr.

Prof. Dr. Guido Thiemeyer: Die „Bonner Republik“ in der Europäischen Integration. Die ‚Europäisierung‘ von Verfassung und Gesellschaft

Die Bundesregierung war zwischen 1949 und 1990 ein wesentlicher Akteur in der Europäischen Integration. Allerdings wirkte die Integration auch auf die Bundesrepublik zurück. Der Vortrag untersucht, wie das politische System der „Bonner Republik“ und die westdeutsche Gesellschaft durch die europäische Integration verändert wurden.