Ringvorlesung: „Nachkriegsbilder“ Prof. Dr. Jürgen Wiener

Den dritten Teil unserer Ringvorlesung bestreitet Prof. Dr. Jürgen Wiener mit einem Vortrag über „Nachkriegsbilder. Die Einsamkeit des Rudolf Schwarz“ am 1.12.2016 im Haus der Universität. Achtung! Dieses Mal beginnt der Vortrag bereits um 16.00 Uhr. Anschließend gibt es wie gehabt Gebäck und Getränke.

Zum Vortrag:

Rudolf Schwarz (1897–1961) war einer der bedeutendsten und streitbarsten (Kirchen-)Architekten des 20. Jahrhundert, der wie kein zweiter die Bauaufgabe Kirche reflektiert hat. Auch darüber wurde er zum eigenständigsten und tiefgründigsten Architekturtheoretiker seiner Zeit.
Schwarz‘ Architekturtheorie zielte immer auf das Ganze und Grundsätzliche in der Annahme, dass Architektur eines der prägendsten Medien ist, über das sich Mensch und Welt begegnen.
Daher ist sein denkendes Bauen und bauendes Denken in Form von abstrakten Welt-Bildern sowohl anthropologisch und existentiell als auch erdgeschichtlich und schöpfungstheologisch perspektiviert. Die Einsamkeit ist für diesen Begründungszusammenhang zentral. Sie wird aber nach dem Zweiten Weltkrieg stärker geerdet.

Vortrag Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann: Neue, alte Frömmigkeit. Literatur nach 1945

Teil II der Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“

  1. Mai 1945… absolute Stille nach dem letzten Volkssturm… Eine Stunde Null“?

Antworten gab es viele. Sie changieren zwischen der Beschwörung „Allein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unseren Häuptern aufzuhalten!“ und der Diagnose eines Totalverlustes deutscher Identität. Der Ruf nach der Restitution des „Abendlandes“ wird laut!

Eine Antwort, was damals gefühlt und erdacht wurde, fällt bei einem Vergleich mit der Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges leichter, ja, ohne einen Blick zurück lassen sich die Denkbilder, Erklärungsmuster und Zukunftsentwürfe kaum angemessen einschätzen. Den Ruf nach der Rettung des Abendlandes hatte es bereits in dieser ersten Nachkriegszeit gegeben.

Dennoch wird man einen bemerkenswerten Unterschied herauslesen können, wenn die literarischen Quellen, die frühe Theaterarbeit und die kulturelle Praxis der Zeit nach 1945 in den Blick gerät.

Dieser Teil der Ringvorlesung verknüpft im Vergleich die beiden Krisenzeiten nach Beendigung der Weltkriege. Fragen nach Ausdrucksformen und Strukturen in der Kultur und nach ihrem Stellenwert für die „Bonner Republik“ erlauben dabei, Formen alter und neuer Frömmigkeit wiederzuentdecken, die kaum mehr zu unserem Selbstbild der beginnenden Demokratie gehören.

Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“

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Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Forschung – Diskurs – Öffentlichkeit“. Prof. Dr. Gerd Krumeich: Bonn – Weimar. Nachkriegszeiten im Vergleich

Am 27. Oktober startet die Ringvorlesung zum Thema „Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“ im Haus der Universität in Düsseldorf. In dem Kooperationsprojekt zwischen der Heinrich-Heine-Universität, der Stadt Düsseldorf und dem Institut „Moderne im Rheinland“ tragen Professoren der Universität aus ihrem Fachbereich zum Thema an verschiedenen Orten in der Stadt vor. Den Auftaktvortrag hält Prof. Dr. Gerd Krumeich über „Bonn – Weimar. Nachkriegszeiten im Vergleich„.

Datum: Donnerstag, 27.10.2016
Uhrzeit: 17.-19.00 Uhr
Ort: Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf
Thema: Zwei Weltkriege hat Deutschland im 20. Jahrhundert verloren, aus beiden Kriegen sind Republiken entstanden. Wo aber sind die Gemeinsamkeiten und die signifikanten Unterschiede? „Bonn ist nicht Weimar“ war ein bekanntes Schlagwort. Aber worin unterschieden sich beiden Nachkriegszeiten substantiell? Gerd Krumeich versucht in diesem Vortrag Antworten auf diese Frage, die doch eigentlich naheliegend ist, in der Forschung bislang aber kaum einmal gestellt wurde.

Die Veranstaltung ist öffentlich.