Bauhütte Simonskall 1.-6.9.2019

Vor 100 Jahren ließ sich in dem kleinen Eifeldorf Simonskall eine Gruppe Kölner KünstlerInnen und Intellektueller nieder und gründete die Kalltalgemeinschaft. Initiatoren waren der Publizist Carl Oskar Jatho, Sohn eines evangelischen Pfarrers, und seine Frau, die Schriftstellerin Käthe Jatho-Zimmermann. Im Junkerhaus in Simonskall fanden sie einen Ort, der einen kontinuierlichen Austausch über Kunst, Literatur, Philosophie und Lebensgestaltung ermöglichen sollte. Dazu kamen zeitweise die Künstler Franz W. Seiwert sowie Heinrich und Angelika Hoerle. Auch Otto Freundlich war ein gern gesehener Gast. Unmittelbar aus der Münchner Räterepublik geflohen strandete Ret Matrut alias B. Traven bei den rheinischen Freunden. Gemeinsam gründeten sie die Kalltal-Presse, deren Publikationen die Ideen der Kalltalgemeinschaft öffentlich machen sollten. Das Ziel war – dem 1919 in Weimar gegründeten Bauhaus vergleichbar – nicht nur eine neue Ästhetik, sondern eine Vernetzung von Kunst und Leben für eine offene, europäische Gesellschaft. Dabei entdeckten sie in Weimar wie in Simonskall die Möglichkeiten interdisziplinärer Zusammenarbeit als Form gegenseitiger Bereicherung und kreativer Konzentration. Die Praxis der mittelalterlichen Bauhütte und die Idee des (sakralen Gesamtkunstwerkes) standen Pate.

Die Bauhüttenwoche in Simonskall ist Teil des Bauhaus-Jubiläums in NRW. 100 Jahre bauhaus im westen ist ein Projekt des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaften und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Schirmherrin ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ausgehend vom Institut Moderne im Rheinland an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf werden eine Vielzahl von Aktivitäten zum Bauhausjahr angestoßen und durchgeführt, miteinander verbunden über #bauhaussubversiv. Die Bauhüttenwoche in Simonskall erarbeitet darin als Teilprojekt ein kreatives Miteinander der Künste gemeinsam mit HochschullehrerInnen aus NRW-Kunstschulen, Akademien, Mentor*innen und als Projekt im Rahmen von 100 Jahre bauhaus im Westen. Viele Akteure vor Ort, die Gemeinde Hürtgenwald, der Verein HöhenArt e.V., die Schulen, sowie Bildungseinrichtungen wie die Volkshochschule Rur-Eifel, das Leopold Hoesch Museum & Papiermuseum Düren und die Stadtbücherei Düren sind eingebunden. Verschiedene Fachbereiche der Alanus-Hochschule Alfter beteiligen sich mit projektorientierten Aktivitäten. Bauhütten im Jahr 2019 zeigen z.B. die Bauhütte des Hohen Doms zu Köln, der Fachbereich Architektur der Dessau Hochschule Anhalt sowie weitere Partner*innen im Verbund „bauhaus100 im Westen“.

#bauhauswow#bauhaus100imwesten#bauhaus100 #bauhaussubversiv

Programm und Ereignisse in Kürze unter www.bauhuette-simonskall.de

Kolloquium „Die Würde der Landschaft. Landschaftskonstrukte in der Moderne“

„Der Blick in die ermüdende Rheinebene war dermaßen verzweifelt, daß ich in diesem Faß zu schreiben begann.“, schreibt Carl Einstein in seiner „Kleinen Autobiographie“. Am 10. Mai 2014 untersucht ein Kolloquium die Landschaftskonstrukte in der Moderne. Wie nahmen Künstler, Schriftsteller, Politiker und Kulturmacher Landschaft wahr, welche Landschaftskonstrukte liegen ihren Werken zugrunde und wie beeinflussten sie die Landschaftswahrnehmung, welche Rolle spielte Landschaft in politischen Kontexten?

Veranstalter: Kunst- und Kulturverein HöhenArt Hürtgenwald, Institut „Moderne im Rheinland“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Junkerhaus Simonskall, Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren

Tagungsort: Landhotel Kallbach, 52393 Hürtgenwald-Simonskall

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Anmeldung bitte bis zum 5.5.2014 an info@moderne-im-rheinland.com