Ringvorlesung: Prof. Dr. Volker C. Doerr über „Dieter Wellershoff und sein Projekt des Neuen Realismus“

Herzliche Einladung zur Ringvorlesung am 23.11.2017, 17.00-19.00 Uhr, Goethe Museum Düsseldorf/Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung

Prof. Dr. Volker C. Dörr: „Widerstand der Realität gegen das vorschnelle Sinnbedürfnis“. Dieter Wellershoff und sein Programm eines Neuen Realismus

Mitte der 1960er Jahre entwirft Dieter Wellershoff, seinerzeit Lektor beim Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch, das Programm eines ‚Neuen Realismus‘, von dem bald und bis heute (aber womöglich zu Unrecht) behauptet wird, es habe zur Bildung einer sog. ‚Kölner Schule‘ geführt. Der Vortrag will das Programm in seinem sozial- und literarhistorischen Kontext darstellen und nach seinen Voraussetzungen und Konsequenzen, sowie auch seinen Grenzen, fragen. Zudem sollen die ästhetischen Merkmale seiner Umsetzung – vor allem in Wellershoffs eigenem Romanschaffen dieser Zeit – in den Blick genommen werden.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Heinrich Böll, Vortrag Prof. Dr. G. Cepl-Kaufmann

Heinrich Böll wird 100! Und Köln feiert! Im Rahmen des Programms „‚Hoffentlich kein Heldenlied!’Heinrich Böll zum 100. Geburtstag lädt das Katholische Bildungswerk Köln zu einem Veranstaltungsreigen.
Am 28.11.2017, 19.30 Uhr im DOMFORUM Köln geht es um „Nobelpreisträger: Was eint und was trennt die beiden Schriftsteller Heinrich Böll und Günter Grass?“

Mit Heinrich Böll und Günter Grass hat das kulturelle Deutschland zwei gewichtige und weltweit gewürdigte Nachkriegsautoren und -werke zu bieten. Sie engagierten sich gemeinsam. Beide waren immer wieder öffentlicher Kritik, ja
Kampagnen ausgesetzt. Beide gelten als politisch engagierte Schriftsteller, ihr Werk als wesentlicher Beitrag für eine kritische literarische Sichtung von Gegenwart und Vergangenheit.
So viel Gemeinsamkeit fordert geradezu heraus, Werk und Wirkung zu befragen und das Gemeinsame wie das Trennende zu benennen.

Interessierte sind herzlich eingeladen, Eintritt: 3€
Weitere Informationen hier: Zum Vortragsprogramm „Hoffentlich kein Heldenlied!“

Vortrag im Goethe Museum Düsseldorf: Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz in ihren alternativen Lebensentwürfen

Am kommenden Mittwoch, den 15.11.2017, 20:00 Uhr, trägt Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann über die alternativen Lebensentwürfe Goethes und Lenz‘ vor.

„Unsere Ehe“ – mit diesem Bild inniger Gemeinschaft deuteten Johann Wolfgang Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz die Qualität ihrer Begegnung im Straßburg der frühen 1770er Jahre. Beide suchten nach ihrem Ort in der Gesellschaft, beide erprobten literarische Muster, die es bisher noch nicht gab, beide dachten über das Besondere ihrer Zeitgenossenschaft nach. Zwischen der Anerkennung als Originalgenie, pietistischer Berufung oder dem Sitz in einer denkbaren „Gelehrtenrepublik“ à la Klopstock schien Vieles möglich. Die Freundschaft und gemeinsame Zukunft gerann schon wenig später zur Farce. Sie endete mit der zwangszweisen Entfernung des livländischen Schriftstellers aus Weimar, von Goethe lakonisch im Tagebuch legitimiert: „Lenzens Eseley“. Sein Urteil über den einstigen Freund liest sich seitdem wie ein Verdikt, das schon immer so und nicht anders hätte lauten können!

Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Ringvorlesung: Dr. Jasmin Grande über die Postmoderne an Rhein und Ruhr

Das Institut „Moderne im Rheinland“, die Heinrich-Heine-Universität, die Stadt Düsseldorf und das Forum Freies Theater (Juta) laden herzlich zur Ringvorlesung „Bonner Republik“ zum WS17/18 ein.

Dr. Jasmin Grande: „“Fuck-You (!)“. Zur „“Super-Garde“ der „Postmoderne“ an Rhein und Ruhr. Verhandlungen des Literaturbegriffs in den 1960er Jahren

„Fuck-You (!)“, die „Super-Garde. Prosa der Beat- und Pop-Generation“ betitelten die Akteure der Kölner Szene von Ralf-Rainer Rygalla bis Vagedis Tsakiridis ihre Anthologien, in denen sie die Kölner Szene mit der amerikanischen Gegenwartsliteratur bekannt machten. Die Titel provozieren und stehen für den Perspektivwechsel in der Literatur der späten 1960er Jahre.
Doch tritt man einen Schritt zurück, so stellt sich das Ganze zunächst ganz moderat dar: Anfang der 1960er Jahre brach in Dortmund eine Schriftstellergruppe zur Revolution der Literatur auf. Die Dortmunder Gruppe 61 wollte der Arbeitswelt literarischen Ausdruck verleihen. Die frühen Fotografien zeigen eine bürgerliche Kaffeerunde, Männer in Anzügen, Frauen mit Hochsteckfrisuren. Beschaulich!
Ende der 1960er Jahre erfolgte der Riss, er machte sich auch in der Dortmunder Gruppe 61 bemerkbar, wurde als „“Tod der Literatur“ (Kursbuch 15) debattiert, von Hans Magnus Enzensberger in „“Gemeinplätzen, die neueste Literatur betreffend“ umrundet und mit der Einführung der Vokabel „Postmoderne“ auf eine epochale Herausforderung gebracht.
Der Vortrag stellt exemplarische Positionen zur Frage nach dem Potential der Literatur Ende der 1960er Jahre vor und nimmt dabei insbesondere die Aktivitäten an Rhein und Ruhr in den Blick. Am Beispiel von Rolf Dieter Brinkmann, Wolfgang Körner und Günter Wallraff wird nach der Postmoderne in Köln und Dortmund gefragt, nach poetologischen Strategien, Netzwerken und internationalen Austauschprozessen.

Beginn: 17 Uhr
Ort: FFT Juta
Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte sind herzlich willkommen.

Ringvorlesung: Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann über Schriftstellergruppen in der Bonner Republik

Herzliche Einladung zu unserer Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“ am 02.11.2017, 17.-19.00 Uhr ins Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf.

Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann: Gruppenspiele. Zur Kultur- und Literatursoziologie in der Bundesrepublik

Auf dem kulturellen Feld der Bonner Republik sind viele Akteure unterwegs, sie potenzieren ihre Kräfte und finden gemeinsame Ziele, treffen aber oft auf konkurrierende Interessen Anderer. In besonderer Weise sind die Gruppe 47 und die Dortmunder Gruppe 61 normgebend auf dem literarischen Feld. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Verlagslandschaft, Gattungen (mit einem Blick aufs Theater), Formen der Öffentlichkeit, auch die Wahrnehmung der kultursoziologischen Unterschiede, nicht zuletzt die Bedeutung für das kulturelle Profil der Bonner Republik.

Ringvorlesung: Prof. Dr. Michael C. Schneider über die Wirtschaftsgeschichte der Bonner Republik

Auch in diesem Wintersemester laden das An-Institut Moderne im Rheinland, die Heinrich-Heine-Universität und die Stadt Düsseldorf  herzlich zur Ringvorlesung „Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“ ein.

Am 26.10.2017, 17.00 Uhr eröffnet Prof. Dr. Michael C. Schneider das Programm im Haus der Universität mit seinem Vortrag „Zur Wirtschaftsgeschichte der Bonner Republik“:
Mit der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland verbinden sich Schlagworte wie „Währungsreform“, „Wirtschaftswunder“, „Strukturwandel“, „Deutschland AG“ oder auch „Rheinischer Kapitalismus“. Der Vortrag beleuchtet zum einen Grundzüge der bundesrepublikanischen Wirtschaftsentwicklung seit den späten 1940er Jahren bis in die 1980er Jahre. Zum anderen diskutiert er aus einer eher unternehmenshistorischen Perspektive, inwiefern Konzepte wie jenes der „Deutschland AG“ oder des „Rheinischen Kapitalismus“ angemessen sind, sei es, um die Spezifik der Verflechtung von Banken und Industrieunternehmen zu erfassen, sei es, um die bundesrepublikanische Wirtschaftsordnung als Ganze zu beschreiben.


Beginn: 17 Uhr
Ort: Haus der Universität, Düsseldorf
Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte sind herzlich willkommen.