Tagung: Rheinansichten im 20. Jahrhundert, 3.12.2016

bacharachschikorhein

Am 3.12.2016 findet im LVR-LandesMuseum Bonn die Tagung „Rheinansichten im 20. Jahrhundert“ begleitend zur Ausstellung „bilderstrom. Der Rhein und die Fotografie 2016-1853“ statt. Vortragende sind u.a. Georg Mölich „Politische Rheindiskurse im 20. Jahrhundert. Umkämpfte Grenze und europäische Achse“, Elmar Scheuren und Dr. Irene Haberland über „Sehnsuchtslandschaften?. Künstlerische Rheinansichten im 20. Jahrhundert“ und Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann über „Entzauberter Rhein. Literarische Abschiede und Neuentdeckungen am und um den Rhein“.

Die Akademietagung ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem LVR-LandesMuseum Bonn und der Thomas Morus Akademie. Eingeladen sind Interessenten aus allen Fachgebieten, der Unkostenbeitrag von 50€ deckt das Mittagessen, die Tischgetränke zum Mittagessen, Kaffee- und Teepausen sowie Eintritt und Führung durch die Ausstellung des LVR-LandesMuseums Bonn.
Das Programm und Informationen zur Tagung finden Sie hier.

Unser Titelbild ist übrigens ein Ausschnitt aus der fotografischen Rheinreise von Andreas Schiko.

 

Ringvorlesung: „Neue Gärten braucht das Land“ Juniorprof. Dr. Christof Baier

hhu_plakat_a3_baier

„Neue Gärten braucht das Land. Entnazifizierung und Amerikanisierung der Gartenkunst im Rheinland nach 1945“ – Christof Baier widmet sich in seinem Vortrag als viertem Teil unserer Ringvorlesung der Gartenkunst nach 1945. Interessierte sind wie stets herzlich willkommen, dieses Mal im Schloss Benrath am 8.12.2016, 17.00 Uhr.

Zum Vortrag:

Anhand der zweifellos kontrovers zu diskutierenden Begriffe Entnazifizierung und Amerikanisierung werden Aspekte der Grünraumplanung im urbanen Kontext thesenartig thematisiert. Dabei wird das Jahrzehnt von 1945 bis 1955 im Fokus stehen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs und des NS-Regimes lagen auch die Städte am Rhein in Trümmern. In den ersten Nachkriegsjahren mussten nicht nur die Trümmermassen sondern auch die sichtbaren architektonischen, städtebaulichen und gartenkünstlerischen Überreste der nationalsozialistischen Herrschaft entsorgt werden. So ist der Umstand, dass im Kölner Grüngürtel der 1938 eingeweihte Fest- und Aufmarsch (Maifeld) unter einem riesigen, asymmetrisch-landschaftlichen Trümmerberg beerdigt wurde, zweifellos als Entnazifizierung zu verstehen. In Düsseldorf betrieben der Gartendirektor Ulrich Wolf und Georg Penker gut 10 Jahre später eine solche ‚Entnazifizierung‘ der Grünanlagen der  Reichsausstellung Schaffendes Volk von 1936 sehr viel differenzierter. Die sich mit diesen Beispielen andeutende Gleichsetzung und damit Ablehnung des ‚architektonischen Gartenstils‘ mit monumentaler Raumkunst des Nationalsozialismus ist noch immer ein zu wenig bearbeitetes Forschungsfeld.

Die amerikanische Militärregierung versuchte, auch auf dem Gebiet der Architektur eine entnazifizierende Neuorientierung zu bewirken. Dazu ließ sie ab 1948 eine Wanderausstellung mit vorbildlicher amerikanischer Architektur durch die Amerikahäuser ziehen. Zu den ersten größeren und städtebaulich bemerkenswerten Bauvorhaben der Nachkriegsjahre gehören die für die deutschen und amerikanischen Angehörigen und Angestellten der HICOG („High Commissioner of Germany“) in Bonn um 1951 in Bonn realisierten Siedlungen. Entworfen unter der Oberleitung von Sep Ruf, waren für deren Grünraumplanung die Gartenarchitekten Hermann Mattern und Heinrich Raderschall zuständig. In Verbindung mit der Wanderausstellung ist hier zu klären, in wie fern sich hier von einer  „Amerikanisierung“ der städtebaulichen und architektonischen Gestaltungsprämissen, vor allem aber der Freiraum- und Grünplanung sprechen lässt.

Insgesamt muss konstatiert werden, dass bisher, von Einzeluntersuchungen abgesehen, auch zum Rheinland übergreifend-vergleichende Untersuchungen zu den genannten Themenfelder fehlen. Mit der 2015 u.a. von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur mit initiierten „Wiener Erklärung zur Nachkriegsmoderne“ wurde endlich auch für die Erforschung und Bewahrung der Grünräume der 1950er und 1960er Jahre ein Startzeichen gegeben.

Ringvorlesung: „Nachkriegsbilder“ Prof. Dr. Jürgen Wiener

15203283_1226409124096443_4498744163165976848_n

Den dritten Teil unserer Ringvorlesung bestreitet Prof. Dr. Jürgen Wiener mit einem Vortrag über „Nachkriegsbilder. Die Einsamkeit des Rudolf Schwarz“ am 1.12.2016 im Haus der Universität. Achtung! Dieses Mal beginnt der Vortrag bereits um 16.00 Uhr. Anschließend gibt es wie gehabt Gebäck und Getränke.

Zum Vortrag:

Rudolf Schwarz (1897–1961) war einer der bedeutendsten und streitbarsten (Kirchen-)Architekten des 20. Jahrhundert, der wie kein zweiter die Bauaufgabe Kirche reflektiert hat. Auch darüber wurde er zum eigenständigsten und tiefgründigsten Architekturtheoretiker seiner Zeit.
Schwarz‘ Architekturtheorie zielte immer auf das Ganze und Grundsätzliche in der Annahme, dass Architektur eines der prägendsten Medien ist, über das sich Mensch und Welt begegnen.
Daher ist sein denkendes Bauen und bauendes Denken in Form von abstrakten Welt-Bildern sowohl anthropologisch und existentiell als auch erdgeschichtlich und schöpfungstheologisch perspektiviert. Die Einsamkeit ist für diesen Begründungszusammenhang zentral. Sie wird aber nach dem Zweiten Weltkrieg stärker geerdet.

Tipp: Dr. Ulrike Laufer über „Avantgarde für alle. Das Museum Folkwang zwischen Wissenschaft und Vermittlung“

bildschirmfoto-2016-11-06-um-13-06-58

Im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreise „Wissenschaftsgeschichte des Ruhrgebiets“ hält unser Arbeitskreismitglied Frau Dr. Ulrike Laufer einen Vortrag über „Avantgarde für alle. Das Museum Folkwang zwischen Wissenschaft und Vermittlung“ am 25.11.2016 im Museum Folkwang.

Zum Programm der Vortragsreihe sowie weitere Informationen geht es hier.

Vortrag Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann: Neue, alte Frömmigkeit. Literatur nach 1945

hhu_plakat_a3_cepl

Teil II der Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“

  1. Mai 1945… absolute Stille nach dem letzten Volkssturm… Eine Stunde Null“?

Antworten gab es viele. Sie changieren zwischen der Beschwörung „Allein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unseren Häuptern aufzuhalten!“ und der Diagnose eines Totalverlustes deutscher Identität. Der Ruf nach der Restitution des „Abendlandes“ wird laut!

Eine Antwort, was damals gefühlt und erdacht wurde, fällt bei einem Vergleich mit der Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges leichter, ja, ohne einen Blick zurück lassen sich die Denkbilder, Erklärungsmuster und Zukunftsentwürfe kaum angemessen einschätzen. Den Ruf nach der Rettung des Abendlandes hatte es bereits in dieser ersten Nachkriegszeit gegeben.

Dennoch wird man einen bemerkenswerten Unterschied herauslesen können, wenn die literarischen Quellen, die frühe Theaterarbeit und die kulturelle Praxis der Zeit nach 1945 in den Blick gerät.

Dieser Teil der Ringvorlesung verknüpft im Vergleich die beiden Krisenzeiten nach Beendigung der Weltkriege. Fragen nach Ausdrucksformen und Strukturen in der Kultur und nach ihrem Stellenwert für die „Bonner Republik“ erlauben dabei, Formen alter und neuer Frömmigkeit wiederzuentdecken, die kaum mehr zu unserem Selbstbild der beginnenden Demokratie gehören.

Tipp: L’Art Sacré. Konzepte der Moderne in der Sakralkunst Frankreichs, der Schweiz und Deutschlands

lartsacre

Vom 11.-12. November 2016 veranstaltet das Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität im Haus der Universität eine Tagung statt, auf der Studierende gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlern, Forschungen zur französischen Zeitschrift „l’Art sacré“ vorstellen.

Die Kritik an der christlichen Kunst des 19. Jh. führte seit 1910 zu ersten Ansätzen, Sakralkunst und künstlerische Avantgarde zu versöhnen. In Frankreich führten diese Anstrengungen 1950 zum „Appel aux grands“, dem unabhängig von ihrem persönlichen religiösen (Nicht-)Bekenntnis so avantgardistische Künstler wie Le Corbusier, Chagall, Matisse, Rouault, Léger u. a. folgten. Die maßgeblich von den Dominikanern Marie-Alain Couturier und Pie Raymond Régamey geprägte französische Zeitschrift L´Art sacré, deren Ziel es war, die Kunst und Architektur katholischer Kirchen unter den Vorzeichen der Avantgarde zu erneuern, steht im Mittelpunkt dieser Tagung. In einem Projektseminar haben Master-Studierende die Zeitschrift im Hinblick auf diese Versöhnung von Sakralkunst und künstlerischer Avantgarde im 20. Jh. analysiert, um nun ihre Ergebnisse mit Wissenschaftlern des Instituts für Kunstgeschichte und renommierten, auswärtigen Wissenschaftlern vorzustellen und zu diskutieren.

Hier gehts zum Programm.Plakat_AS_101016_3 (1).jpg

WDR 3 Forum – Bühne frei für den Frieden

bildschirmfoto-2016-10-13-um-13-46-24

Am Sonntag, den 16.10.2016 diskutiert Dr. Petra Weber von 19.04 – 20.00 Uhr im Forum auf WDR 3 mit Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, Dr. Winrich Meiszies, Ute Vogel und Kay Voges durch die Frage nach dem Aktualitätsbezug des Theaters in der Gegenwart: wie politisch kann/darf/soll/muss Theater heute sein? Wen erreicht das Theater? Wie verändert sich Theater in Zeiten des digitalen Wandels? Wo findet Theater heute statt?

Die Sendung ist hier zum Nachhören im Download verfügbar.