Vortrag im Goethe Museum Düsseldorf: Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz in ihren alternativen Lebensentwürfen

Am kommenden Mittwoch, den 15.11.2017, 20:00 Uhr, trägt Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann über die alternativen Lebensentwürfe Goethes und Lenz‘ vor.

„Unsere Ehe“ – mit diesem Bild inniger Gemeinschaft deuteten Johann Wolfgang Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz die Qualität ihrer Begegnung im Straßburg der frühen 1770er Jahre. Beide suchten nach ihrem Ort in der Gesellschaft, beide erprobten literarische Muster, die es bisher noch nicht gab, beide dachten über das Besondere ihrer Zeitgenossenschaft nach. Zwischen der Anerkennung als Originalgenie, pietistischer Berufung oder dem Sitz in einer denkbaren „Gelehrtenrepublik“ à la Klopstock schien Vieles möglich. Die Freundschaft und gemeinsame Zukunft gerann schon wenig später zur Farce. Sie endete mit der zwangszweisen Entfernung des livländischen Schriftstellers aus Weimar, von Goethe lakonisch im Tagebuch legitimiert: „Lenzens Eseley“. Sein Urteil über den einstigen Freund liest sich seitdem wie ein Verdikt, das schon immer so und nicht anders hätte lauten können!

Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Ringvorlesung: Dr. Jasmin Grande über die Postmoderne an Rhein und Ruhr

Das Institut „Moderne im Rheinland“, die Heinrich-Heine-Universität, die Stadt Düsseldorf und das Forum Freies Theater (Juta) laden herzlich zur Ringvorlesung „Bonner Republik“ zum WS17/18 ein.

Dr. Jasmin Grande: „“Fuck-You (!)“. Zur „“Super-Garde“ der „Postmoderne“ an Rhein und Ruhr. Verhandlungen des Literaturbegriffs in den 1960er Jahren

„Fuck-You (!)“, die „Super-Garde. Prosa der Beat- und Pop-Generation“ betitelten die Akteure der Kölner Szene von Ralf-Rainer Rygalla bis Vagedis Tsakiridis ihre Anthologien, in denen sie die Kölner Szene mit der amerikanischen Gegenwartsliteratur bekannt machten. Die Titel provozieren und stehen für den Perspektivwechsel in der Literatur der späten 1960er Jahre.
Doch tritt man einen Schritt zurück, so stellt sich das Ganze zunächst ganz moderat dar: Anfang der 1960er Jahre brach in Dortmund eine Schriftstellergruppe zur Revolution der Literatur auf. Die Dortmunder Gruppe 61 wollte der Arbeitswelt literarischen Ausdruck verleihen. Die frühen Fotografien zeigen eine bürgerliche Kaffeerunde, Männer in Anzügen, Frauen mit Hochsteckfrisuren. Beschaulich!
Ende der 1960er Jahre erfolgte der Riss, er machte sich auch in der Dortmunder Gruppe 61 bemerkbar, wurde als „“Tod der Literatur“ (Kursbuch 15) debattiert, von Hans Magnus Enzensberger in „“Gemeinplätzen, die neueste Literatur betreffend“ umrundet und mit der Einführung der Vokabel „Postmoderne“ auf eine epochale Herausforderung gebracht.
Der Vortrag stellt exemplarische Positionen zur Frage nach dem Potential der Literatur Ende der 1960er Jahre vor und nimmt dabei insbesondere die Aktivitäten an Rhein und Ruhr in den Blick. Am Beispiel von Rolf Dieter Brinkmann, Wolfgang Körner und Günter Wallraff wird nach der Postmoderne in Köln und Dortmund gefragt, nach poetologischen Strategien, Netzwerken und internationalen Austauschprozessen.

Beginn: 17 Uhr
Ort: FFT Juta
Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte sind herzlich willkommen.

Ringvorlesung: Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann über Schriftstellergruppen in der Bonner Republik

Herzliche Einladung zu unserer Ringvorlesung „Die Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“ am 02.11.2017, 17.-19.00 Uhr ins Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf.

Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann: Gruppenspiele. Zur Kultur- und Literatursoziologie in der Bundesrepublik

Auf dem kulturellen Feld der Bonner Republik sind viele Akteure unterwegs, sie potenzieren ihre Kräfte und finden gemeinsame Ziele, treffen aber oft auf konkurrierende Interessen Anderer. In besonderer Weise sind die Gruppe 47 und die Dortmunder Gruppe 61 normgebend auf dem literarischen Feld. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Verlagslandschaft, Gattungen (mit einem Blick aufs Theater), Formen der Öffentlichkeit, auch die Wahrnehmung der kultursoziologischen Unterschiede, nicht zuletzt die Bedeutung für das kulturelle Profil der Bonner Republik.

Ringvorlesung: Prof. Dr. Michael C. Schneider über die Wirtschaftsgeschichte der Bonner Republik

Auch in diesem Wintersemester laden das An-Institut Moderne im Rheinland, die Heinrich-Heine-Universität und die Stadt Düsseldorf  herzlich zur Ringvorlesung „Bonner Republik. Diskurs – Forschung – Öffentlichkeit“ ein.

Am 26.10.2017, 17.00 Uhr eröffnet Prof. Dr. Michael C. Schneider das Programm im Haus der Universität mit seinem Vortrag „Zur Wirtschaftsgeschichte der Bonner Republik“:
Mit der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland verbinden sich Schlagworte wie „Währungsreform“, „Wirtschaftswunder“, „Strukturwandel“, „Deutschland AG“ oder auch „Rheinischer Kapitalismus“. Der Vortrag beleuchtet zum einen Grundzüge der bundesrepublikanischen Wirtschaftsentwicklung seit den späten 1940er Jahren bis in die 1980er Jahre. Zum anderen diskutiert er aus einer eher unternehmenshistorischen Perspektive, inwiefern Konzepte wie jenes der „Deutschland AG“ oder des „Rheinischen Kapitalismus“ angemessen sind, sei es, um die Spezifik der Verflechtung von Banken und Industrieunternehmen zu erfassen, sei es, um die bundesrepublikanische Wirtschaftsordnung als Ganze zu beschreiben.


Beginn: 17 Uhr
Ort: Haus der Universität, Düsseldorf
Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte sind herzlich willkommen.

Herzlichen Glückwunsch: Thomas B. Schumann erhält den Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN

Die „Moderne im Rheinland“ gratuliert von Herzen ihrem Arbeitskreis-Mitglied Thomas B. Schumann, an den in diesem Jahr der Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN verliehen wird. Aus der Pressemeldung:

„Mit Thomas B. Schumann wird eine Persönlichkeit gewürdigt, die mit einer bedingungslosen Hingabe und Leidenschaft dafür eintritt, Literatur von verfolgten und ins Exil gezwungenen Autoren dem Vergessen zu entreißen. Dieses konsequente Erinnern an unsere eigene Geschichte ist eine Voraussetzung für verantwortungs-volles gegenwärtiges Handeln“, sagte Sascha Feuchert, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN, bei der Bekanntgabe des Preisträgers in Darmstadt. „Gerade in der heutigen Zeit, die durch die Erfahrung von Flucht und Vertreibung sowie eine zunehmende gesellschaftliche Intoleranz bis hin zu offenem Rassismus und Antisemitismus geprägt wird, setzt das PEN-Zentrum Deutschland gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit der Preisverleihung auch ein mahnendes Zeichen gegen Hass und Intoleranz.“

Allen Interessierten sei die Homepage der Edition Memoria empfohlen: http://edition-memoria.de/

Workshop zur Regionenkonstruktion „Koloniale Verbindungen: Rheinland/Grasland – Deutschland/Kamerun“

Am 14. und 15. September findet im Haus der Universität ein wissenschaftlicher Workshop zur Frage nach Regionenkonstruktionen im Vergleich Rheinland/Grasland und Deutschland/Kamerun statt. Der Workshop ist Teil eines größeren Projekts am Lehrstuhl für Europäische Expansion, Institut für Geschichtswissenschaften der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Prof. Dr. Stefanie Michels und Dr. Caroline Authaler), zu dem die gleichnamige Ausstellung im Stadtmuseum Düsseldorf stattfindet und eine App erschienen ist.

Informationen zum Projekt finden Sie an dieser Stelle. Das Programm zum Workshop finden Sie hier.